
Rasenpflege
Ein tiefgrüner, frisch gemähter Rasen ist nicht nur optisch im wahrsten Sinne des Wortes eine Augenweide; regelmässiges Mähen gehört zu den wichtigsten Pflegemassnahmen für den grünen Teppich. Denn durch den wiederkehrenden Schnitt verzweigen sich die Gräser und wachsen zunehmend in die Breite – so wird die Grasnarbe schön dicht und der Rasen robust gegen Moos und Unkraut.
Der erste Rasenschnitt im Jahr steht an, wenn der Rasen eine Höhe von 7 Zentimetern erreicht hat. Als Faustregel empfehlen wir während der Saison von März bis zum Spätherbst regelmässig einen Schnitt pro Woche. In der Wachstumshochphase im Mai und Juni können es auch mehrere Schnitte in der Woche sein. Wie häufig Sie Ihren Rasen mähen sollten, hängt auch vom Rasentyp und Saatgut ab: Gebrauchs- oder Zierrasenflächen müssen häufiger gemäht werden und je nach Sorte, Alter und Qualität der Rasensaat wachsen die Gräser unterschiedlich schnell. Bei moderaten Temperaturen können Sie zu jeder Tageszeit mähen. Wenn es allerdings zu heiss oder trocken ist, sollten Sie den Schnitt besser auf den Abend verschieben, da das Mähen am Mittag bei höchstem Sonnenstand Stress für Ihren Rasen bedeuten würde. Der Boden könnte nach dem Schnitt schneller austrocknen und die nach dem Schnitt besonders empfindlichen Grashalme könnten verbrennen.
Wann der letzte Schnitt im Jahr ansteht, hängt mit der Temperatur zusammen, denn auch bei relativ niedrigen Temperaturen wächst der Rasen noch. Erst bei Bodentemperatur unter 9 Grad wird das Wachstum eingestellt. Ist es wärmer, sollten Sie weiterhin zum Rasenmäher greifen – auch wenn dies bedeutet, dass Sie womöglich im Dezember noch mähen. Besonders nach der Düngung ist es wichtig, den Rasen so lange zu mähen, bis er nicht mehr wächst. Nur so können sich die Rasengräser robust entwickeln und sind gewappnet für den Frost.

Üblicher Gebrauchsrasen wird auf etwa 4-5 Zentimeter Länge gemäht, für Gräser im Schatten empfiehlt sich eine Länge von etwa 6 Zentimeter. Schneiden Sie grundsätzlich nicht zu tief, denn das verzögert den Neuaustrieb und hinterlässt kahle Stellen in der Rasenfläche, die gern von Unkraut besiedelt werden. Als Faustregel gilt: Kürzen Sie die Halme stets nur um ein Drittel seiner aktuellen Wuchshöhe. Ausserdem sind je nach Jahreszeit weitere Richtlinien zu beachten:
Wer sich im Sommer einige Wochen Urlaub gönnt und den Garten sich selbst überlässt, sollte den Rasen danach nicht radikal zurückschneiden. Zu hoch aufgeschossenen Rasen lieber in Etappen – jeweils im Abstand von mehreren Tagen – wieder auf Ideallänge bringen. In den heissen Sommermonaten sollte der Rasen einen höheren Schnitt erhalten. Dadurch beschatten die Rasengräser den Boden besser, was wiederum den Wasservorrat des Bodens schont.
Zum späten Herbst bzw. Winter empfehlen wir, den Rasen auf maximal 5 Zentimeter zu kürzen. Denn bei unerwartetem Bodenfrost können ansonsten schnell Wurzelschäden entstehen. Achten Sie allerdings darauf, die Gräser auch nicht zu lange wachsen zu lassen – dies erhöht die Gefahr, dass sie bei Frost abbrechen oder Infektionen mit Pilzkrankheiten auftreten. Länger als 6 Zentimeter sollte der Rasen daher nicht sein.
Hier finden Sie die optimalen Schnitthöhen für das Rasenmähen im Überblick:
| Ausgangssituation | Schnitthöhe beim Rasenmähen |
|---|---|
Gebrauchsrasen | 4-5 cm |
Schattenrasen | 6 cm |
Sehr hoher Rasen | in Etappen auf die Ideallänge bringen |
Sommer | ca. 1-2 cm höher als gewöhnlich |
Später Herbst - Winter | 5-6 cm |
Bodentemperaturen unter 9 Grad | gar nicht mehr mähen, da kein Rasenwachstum sattfindet |
Voraussetzung für einen exakten Schnitt sind scharfe Messer. Spätestens wenn die Halme ausgefranste Ränder zeigen und sich die Spitzen grau und ockerfarben verfärben, sollten Sie die Messer des Mähers nachschleifen – nur so erhalten Sie ein einheitliches Schnittbild. Reicht das Schleifen nicht mehr aus, müssen die Messer gewechselt werden. Mähen Sie am besten nur bei trockenem Wetter und abgetrocknetem Boden, denn sonst werden die Gräser stärker verletzt als nötig. Bei Nässe verkleben die Halme und ein sauberer, gleichmässiger Rückschnitt ist nicht mehr möglich. Sollte es doch einmal notwendig sein, den Rasen zu mähen, nachdem ein Regenschauer durch den Garten gezogen ist, finden Sie in unserem Artikel „Nassen Rasen mähen – ja oder nein?“ Tipps zum Mähen von nassem Rasen. Wie das Schneiden akkurater Rasenkanten gelingt, erfahren Sie in unserem Artikel "Rasenkante schneiden - so geht's".
Schnittgut sollte nach dem Mähen unbedingt vom Rasen entfernt werden, da es nur sehr langsam verrottet und so zur Bildung von Rasenfilz beitragen kann. Eine Ausnahme ist der Gebrauch eines Mulchmähers oder eines Mähroboters: Denn diese häckseln die Gräser schon beim Mähen so klein, dass sie auch auf der Rasenfläche liegen bleiben können. Beachten Sie, dass hierfür die Grashalme nicht zu lang sein dürfen, da ansonsten zu viel Mulchmaterial anfällt und der Rasen nicht mehr atmen kann. In unserem Beitrag "Was tun mit dem Rasenschnitt?" erfahren Sie mehr über mögliche Verwendungs- und Entsorgungsmöglichkeiten Ihres Grasschnitts.

Der Nachteil am Rasenmähen und Entfernen des Schnittguts ist, dass dem Rasen kontinuierlich Nährstoffe entzogen werden. Doch gerade nach dem Mähen benötigen die Gräser eigentlich jede Menge Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen und Spurenelemente für ihr Wachstum. Denn ansonsten nimmt die Grünfärbung ab und es wachsen nicht mehr so viele neue Gräser nach. Die Grasnarbe wird lichter und lässt mehr Platz für lästiges Moos und Unkraut.
Mit einer ausgewogenen Düngung können Sie dies wieder ausgleichen. Regelmässiges Mähen und eine angepasste Düngung sollten als Pflegemassnahmen also immer Hand in Hand gehen. Warten Sie mit der Düngung ein bis zwei Tage nach dem Rasenschnitt. In dieser Zeit können sich die Schnittwunden schliessen, sodass es nicht zu Verbrennungen kommen kann. Was es sonst beim Düngen zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Artikel „Rasen düngen leicht gemacht“.
Ideal: Den Rasen nach dem Düngen 1-2 Mal mähen und dann vertikutieren. Denn kräftige Gräser werden nicht so schnell verletzt. Zudem müssen sich die Düngerkörner auflösen, damit sie nicht beim Vertikutieren herausgearbeitet werden.
Durch das Mulchen des Rasens können ihm ein Teil der Nährstoffe wieder zugeführt werden. Allerdings ist das Mulchen nicht für alle Flächen geeignet. Wann ein Mulchmäher Sinn machen kann und welche Vor- und Nachteile das Rasenmulchen hat, verraten wir Ihnen im Artikel „Rasen mulchen – Geheimtipp für schönen Rasen!“.
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