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Steckbrief

Engerlinge

Gartenlaubkaefer Larve
Engerling in der Erde
Gartenlaubkaefer
Gartenlaubkäfer

Eigenschaften

Wirtspflanze:
verschiedene Pflanzen (von Rasen bis Gemüse)
Symptome:
meist abgestorbene, quasi entwurzelte Rasenstellen, Rasen ist einfach „abzuziehen“
Aussehen:
weissliche Larven, orangefarbene Kopfkapsel, teilweise c-förmig gekrümmter Körper, drei Beinpaare

Befallszeit

Beschreibung

Engerlinge

Wenn Sie beim Umgraben im Frühjahr auf kleine, weisslich-gelbe oder gräuliche-weisse Larven gestossen sind, haben Sie höchstwahrscheinlich ein paar Engerlinge aufgeschreckt, die es sich in Ihrem Garten gemütlich gemacht haben. Abgestorbene Rasenflächen, die gegen Spätsommer und Herbst auftreten, sind ebenfalls aussagekräftige Anzeichen für einen Befall von Engerlingen. Mitunter kann es auch passieren, dass sich kleinere Rasenflächen wie eine Perücke vom Boden abziehen lassen, weil der Rasen aufgrund der durchtrennten Wurzeln nicht mehr im Boden gehalten wird. Denn auf dem Speiseplan der kleinen Engerlinge stehen zum Leidwesen vieler Gärtner:innen die Wurzeln verschiedener Pflanzen – auch die Wurzeln der Rasengräser.

Rasenschäden

Engerlinge bestimmen: Nützling oder Schädling?

Mit dem Begriff „Engerlinge“ bezeichnet man die Larven verschiedener Käferarten aus der Gruppe der Blatthornkäfer. Dabei gibt es durchaus Unterschiede. Während beispielsweise einige Arten als schützenswerte Nützlinge gelten, sorgen andere für Albträume bei Gartenliebhaber:innen.

Daher sollte man, bevor irgendwelche Massnahmen ergriffen werden, herausfinden, um welche Art es sich handelt. Allerdings ist eine eindeutige Identifizierung auf den ersten Blick oft kaum möglich, da sich die Larven der verschiedenen Käfer mit ihrem weisslichen Körper und den orangefarbenen Köpfchen sehr ähnlich sehen. Lediglich die Grösse, die Fortbewegungsart oder der Aufenthaltsort können Ihnen einen Hinweis geben.

Welche Engerlinge sind nützlich?

Wenn Sie beispielsweise gräulich-weisse Engerlinge im Kompost oder auf verrottendem Holz entdeckt haben, können Sie beruhigt sein und sich über fleissige Nützlinge in Ihrem Garten freuen. Die Larven des Rosenkäfers und des Nashornkäfers helfen Ihnen nämlich dabei, die toten Pflanzenteile zu zersetzen. Die Nashornkäferlarven können Sie zudem recht gut an Ihrer Grösse erkennen: Mit sieben bis zwölf Zentimetern Länge werden sie meist deutlich grösser als andere Larvenarten. Die Larven des Rosenkäfers sind dagegen nur halb so gross und lassen sich am besten daran erkennen, dass sie sich bei glatter Oberfläche – zum Beispiel auf der Terrasse – lang ausstrecken und auf dem Rücken liegend fortbewegen.

Welche Engerlinge sind schädlich?

Haben Sie kahle Rasenflächen oder abgestorbene Blumen zu beklagen oder sind beim Umgraben im Garten auf weissliche Käferlarven gestossen, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen schädlichen Engerling. Auch im Gemüsebeet oder in den Blumenrabatten können sich diese Larven breitmachen und die Pflanzen stark schädigen. Zu den Engerlingen, die sich gerne im Erdboden aufhalten und sich mit Vorliebe von Pflanzenwurzeln ernähren, zählen unter anderem die Larven des Maikäfers, des Purzelkäfers oder des Gartenlaubkäfers. Kahle, entwurzelte Rasenflächen oder abgestorbene Blumen gehen deshalb oft auf ihr Konto. In unseren Breitengraden kommen vor allem drei Arten in die engere Auswahl der Verdächtigen.

Engerlinge

Schädliche Engerlinge: drei Tatverdächtige

1. Junikäfer

Der nachtaktive Junikäfer, auch Brachkäfer genannt, wird nur knapp zwei Zentimeter lang. Er hat einen eher unauffälligen Körper in braunen und gelben Farbtönen, weshalb er schnell übersehen wird. Im Sommer legt das Weibchen rund 30-40 Eier im Erdboden ab, aus denen etwa drei Wochen später die ersten Larven schlüpfen.

Die Larven haben einen hellen, leicht gelblichen Körper, von dem sich der für Engerlinge typische rot-braune Kopf farblich abhebt. Im Laufe ihres Larvenlebens, welches je nach Witterung meist zwei bis drei Jahre andauern kann, können sie bis zu fünf Zentimeter gross werden. Während dieser Zeit leben sie im Erdreich und ernähren sich von den Pflanzenwurzeln – und zerstören bei einer übermässigen Population ganze Teile des Rasens oder des Gemüsebeetes.

2. Maikäfer

Neben den Larven des Junikäfers sorgen auch die Maikäfer-Engerlinge für Ärger im Garten. Dieser Käfer legt seine Eier – es können bis zu 100 werden – ungefähr einen halben Meter unter der Erde ab. Dort schlüpfen einige Wochen später die weiss-grauen Larven mit orange-rotem Kopf, die im Laufe ihres Larvenlebens an die fünf Zentimeter Länge erreichen können. Während ihrer Larvenzeit, die drei bis fünf Jahre andauert, ernähren sich die Maikäferlarven von den Wurzeln verschiedener Laubbäume, Gemüsepflanzen oder Obstgehölze.
Auch nachdem die rötlich-braunen, leicht behaarten Käfer ans Tageslicht gekommen sind, fressen sie liebend gerne Pflanzen. Dabei haben es die knapp drei Zentimeter grossen Käfer jedoch nicht auf die Wurzeln, sondern insbesondere auf die Blätter von Laubbäumen abgesehen. Besonders häufig trifft man die nachtaktiven Flugtiere während der Dämmerung an.

3. Gartenlaubkäfer

Der Gartenlaubkäfer wird rund einen Zentimeter gross. Während seine Flügeldecken in einem unauffälligen Braun gehalten sind, glänzt der Rest seines Körpers in einem interessanten metallischen schwarz-grünen Farbton. Die tagaktiven Käfer findet man oft auf Wiesen, Feldern oder an Waldrändern, wo sie sich über die Blätter verschiedener Laubbäume, Rosensträucher und Obstgehölze hermachen.
Als Larven – rund 40 bis 50 Eier kann ein Käferweibchen im Boden ablegen – ernähren sie sich hingegen vorrangig von Graswurzeln und vernichten ganze Rasenflächen, weshalb sie zu den gefürchtetsten Übeltätern im Garten gehören.

Mit ihrem gräulich-weissen Körper und dem roten Kopf ähneln sie den anderen Engerlingen. Allerdings ist ihre Zeit als Larve deutlich kürzer: Nachdem sie im Sommer geschlüpft sind, fressen sich die Käferlarven durch die Rasenwurzeln, bis sie sich im Herbst für die Überwinterung bereit machen. Im zeitigen Frühjahr verpuppen sie sich und im Mai krabbeln sie schliesslich als Käfer aus der Erde.

Recht eindeutige Indizien für einen Befall sind grosse Frasslöcher und -ränder an den Blättern von Birke, Eiche, Hasel, Kirsche oder Rose gegen Mai und Juni sowie kahle, abgestorbene Rasenflächen, die ab Ende Juli bis Anfang Oktober sichtbar werden und sich zum Teil auch problemlos hochheben lassen.

popillia japonica

Ein Newcomer unter den schädlichen Engerlingen: der Japankäfer

Ein weiterer Geselle, der sich so langsam in Europa breitmacht, ist der Japankäfer. Ursprünglich stammt er aus dem asiatischen Raum und wurde vermutlich durch Einreisen mit Schiff, Lastwagen oder Auto nach Europa eingeschleppt. Bislang wurde er u.a. in Italien, Deutschland und der Schweiz gesichtet.
Der Japankäfer zählt zu den invasiven Arten. Wie die anderen Engerlinge ernähren sich die Japankäferlarven von Graswurzeln und zerstören somit Rasenflächen und Wiesen. Und auch als erwachsener Käfer stellt er eine Bedrohung dar. Kaum eine Pflanze ist vor ihm sicher: Flieder, Ahorn, Eiche, Aster, Apfel, Buche – auch Mais- und Kartoffelpflanzen stehen auf seinem Speiseplan. Demnach ist die Sorge gross.
Optisch erinnert der Japankäfer mit seinen bräunlichen Flügeldecken und dem schimmernd-grünen Körper an den Gartenlaubkäfer. Allerdings sind die Japankäfer etwas kleiner und haben im Gegensatz zu den Gartenlaubkäfern weisse Haarbüschelchen am Hinterteil. Ausserdem spreizen Japankäfer bei Gefahr ein Beinpaar seitlich ab. Wenn Sie ein Exemplar in Ihrem Garten entdecken sollten, versuchen Sie es zu fangen und machen Sie ein Foto, das Sie an die Pflanzenschutzbehörde schicken.

Bekämpfung

Engerline bekämpfen und vorbeugen

Engerlinge bekämpfen

Kommen die Larven oder Käfer nur vereinzelt im Garten vor, bemerkt man sie meist gar nicht, da sich die Schäden in Grenzen halten. Erst wenn ein Ungleichgewicht entstanden ist, kommt es zu grösseren Schäden. Treten die Tiere in Massen auf, können sogar ganze Bäume kahlgefressen oder Rasenflächen entwurzelt werden. Wenn Sie daher beim Umgraben auf eine grössere Anzahl an Engerlingen oder im Sommer vermehrt auf Frasslöcher an Blättern stossen, sollten Sie achtsam werden. Um Engerlinge zu bekämpfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

1. Lockstofffallen gegen Gartenlaubkäfer

Die erste Möglichkeit zielt auf fliegende Käfer ab: Stellen Sie während der Flugzeit der Gartenlaubkäfer Lockstofffallen auf. Diese sollten Sie zweimal in der Woche kontrollieren. Dadurch behalten Sie auch einen guten Überblick über die Anzahl der Käfer. Neben den klassischen Pheromon-Fallen, die nur die Männchen anlocken, gibt es auch Lockstofffallen, die sowohl Männchen als auch Weibchen einfangen und so eine Fortpflanzung und Eiablage unterbinden.

2. Nematoden gegen Engerlinge

Haben sich die Larven bereits im Erdboden eingenistet, können Sie ihnen mit speziellen HM-Nematoden mit dem Namen Heterorhabditis bacteriophora beikommen. Gerade, wenn Sie Engerlinge im Rasen bekämpfen möchten, sind diese nützlichen Fadenwürmer optimal. Mit ihrer Hilfe können Sie Engerlinge bekämpfen und so Ihren Rasen oder Ihr Blumenbeet vor weiteren Schädigungen schützen. Die optimalen Anwendungszeiträume für die Ausbringung der Nematoden liegen dabei – abhängig von der Witterung und der Larvenart – zwischen April und September. Wichtig ist, dass sich der Boden bereits erwärmt hat und zukünftig feucht gehalten wird. Denn die Nematoden benötigen zur Fortbewegung und zum Überleben Feuchtigkeit.

3. Pilze gegen Engerlinge

Die Engerlinge von Maikäfern, Junikäfern und Gartenlaubkäfern werden von speziellen Pilzen befallen, die auch natürlich im Boden vorkommen. Die Pilze der Gattung Beauveria und Metarhizium werden auf Gerstenkörnern herangezogen und können so in die Erde ausgebracht werden. Die befallenen Engerlinge sterben ab. Wichtig dabei ist, dass die jeweilige Käferart bestimmt wird, damit die passende Pilzart verwendet wird, z.B. Beauveria gegen Maikäferengerlinge. 

Engerlingen vorbeugen

Um auch nach einer erfolgreichen Bekämpfung Ruhe vor den kleinen Plagegeistern zu haben, ist es sinnvoll, vorbeugende Massnahmen zu ergreifen. Dabei unterscheiden sich die Massnahmen je nach Aufenthaltsort der Engerlinge ein wenig voneinander.

Engerlinge im Rasen: Wie kann man vorbeugen?

Ein gesunder, kräftiger Rasen mit einer dichten Grasnarbe ist das beste Schutzschild gegen Engerlinge. Denn die Weibchen suchen am liebsten Lücken oder kahlere Stellen im Rasen, um sich dort in die Erde einzugraben und ihre Eier abzulegen. Besonders bevorzugt werden dabei trockenere, sandige Böden. Um ihnen diese Chance gar nicht erst zu geben, sollten Sie Löcher im Rasen zügig schliessen. Am besten eignet sich dafür Gesal Nachsaatrasen, der besonders schnell keimendes und langlebiges Saatgut enthält.
Auch die regelmässige Düngung und Bewässerung darf man nicht ausser Acht lassen. Oftmals entstehen kahle Flächen auf dem Rasen erst dadurch, dass der Rasen lange nicht gewässert und mit ausreichend Nährstoffen versorgt wurde. Die Folge ist gelber, geschwächter oder vertrockneter Rasen, der leider eine offene Eintrittspforte für Schädlinge darstellt. Daher sollte der Rasen im Frühjahr mit einem hochwertigen Langzeit-Rasendünger wie dem Gesal Rasen-Langzeitdünger PERFECT gedüngt werden, der den Rasen für die nächsten vier Monate mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Gegen Oktober oder November empfehlen wir eine abschliessende Düngung mit einem speziellen Herbstrasendünger, der die Gräser durch einen erhöhten Kaliumanteil kräftigt und sicher durch den Winter bringt.
Darüber hinaus können Sie es den Engerlingen das Leben durch das jährliche Vertikutieren schwer machen und zugleich den Rasen kräftigen, da der Boden aufgelockert wird und die Rasenwurzeln neuen Sauerstoff bekommen.

Engerlingen im Gemüsebeet vorbeugen

Im Gemüsebeet können Sie, nachdem Sie alles abgeerntet haben, mit einer gründlichen Umgrabe-Aktion im Herbst für Aufruhr unter den Engerlingen sorgen. Auch im Frühjahr, vor der Neupflanzung, hilft ein erneutes Umgraben und Auflockern. Zusätzlich können Sie die Engerlinge mit Knoblauch erschrecken, welchen Sie einfach zwischen die anderen Gemüsepflanzen setzen. Schauen Sie ausserdem regelmässig, ob Sie irgendwo Käfer auf den Blättern entdecken. Wenn das der Fall ist, sammeln Sie sie am besten ab. In kleiner Zahl sind die Käfer durchaus tolerierbar.

Engerlingen im Blumenbeet vorbeugen

Im Blumenbeet hilft ebenfalls ein regelmässiges Umgraben, aber auch Pflanzen wie Rittersporn oder Geranien, deren Wurzeln giftig sind, können einer übermässigen Vermehrung vorbeugen.

Amsel

Natürliche Feinde fördern: Vögel, Igel & Fledermäuse

Bei einem möglichst naturnahen Garten eilen Ihnen oft schon einige Gartenmitbewohner zur Hilfe, sodass Sie sich entspannt zurücklehnen und der Natur ihren Lauf überlassen können. So zählen Engerlinge zur Leibspeise von Staren, Krähen, Maulwürfen, Dachsen, Igeln oder Fledermäusen. Wenn Sie Hühner im Garten halten, freuen diese sich ebenfalls über ein paar frische Käferlarven. Umgekehrt ist ein starkes Interesse von Vögeln an Ihrem Rasen ein guter Hinweis dafür, dass sich im Rasen offenbar ein paar Leckereien befinden. Da die Vögel bei der Nahrungssuche leider nicht mit Rücksicht vorgehen, sondern durchaus kleine Unebenheiten im Rasen hinterlassen können, sollten diese Lücken im Rasen möglichst zeitig wieder schliessen, um weiteren Käfern keine Chance zu geben, dort ihre Eier abzulegen. Am besten nutzen Sie dafür eine schnell keimende Rasennachsaat. Ausserdem können Sie damit beginnen, die Engerlinge mit Nematoden zu bekämpfen, um nicht noch mehr Vogellöcher im Rasen stopfen zu müssen.

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