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Steckbrief

Kraut- und Braunfäule

 herb and brown rot - Kraut- und Braunfaeule
Kraut- und Braunfäule an Tomaten
Kraut- und Braunfäule Kartoffel
Kraut- und Braunfäule an Tomaten
Kraut- und Knollenfaeule
Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln

Eigenschaften

Wirtspflanze:
Tomaten und Kartoffeln
Symptome:
rapides Welken und Absterben der Blätter
Aussehen:
graue, später braune Flecken auf dem Blatt, auf Blattunterseite grauer Pilzrasen, verfärbte und verfaulte Tomatenfrüchte und braune Verfärbungen an Kartoffelknollen

Befallszeit

Beschreibung

Kraut- und Braunfäule

Allgemeines

Braune Flecken, vertrocknete Blätter und verfaulte Früchte – erkennen Sie diese Symptome an Ihrer Tomate oder Kartoffelpflanze wieder? Dann haben Sie es höchstwahrscheinlich mit der Kraut- und Braunfäule zu tun. Die Pilzkrankheit wird von dem Schädlingspilz Phytophthora infestans ausgelöst und ist an Tomaten als Kraut- und Braunfäule, an Kartoffeln als Kraut- und Knollenfäule, bekannt. Traurige Berühmtheit erlangte die Kartoffelfäule in den 1840er Jahren in Irland, als sie für weitläufige Missernten und dadurch verursachte Hungersnöte sorgte.

Wie entsteht Kraut- und Braunfäule?

Insbesondere feuchte, regenreiche Sommer sind geradezu eine Einladung für den Krankheitserreger, denn bei Temperaturen von 15 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit können sich die Pilzsporen besonders gut ausbreiten. Sie werden sowohl durch den Wind als auch Regen- oder Giesswasser von Pflanze zu Pflanze übertragen und können in der Erde, an Töpfen oder auch Pflanzstäben überwintern, weshalb man rechtzeitig vorbeugen und bekämpfen muss.

Kraut- und Braunfäule erkennen

Erste Anzeichen für einen Befall mit der Kraut- und Braunfäule sind graue Flecken auf den untersten Blättern, die sich später braun färben und verwelken. Auch ein grauer Pilzbelag macht sich manchmal auf den Blattunterseiten bemerkbar, an den Stängeln sind braun-schwarze Flecken erkennbar. Die Symptome zeigen sich zunächst am Laub, später dann an den Früchten, welche die verbräunen und später verfaulen.

Meist tritt die Erkrankung an Tomaten im Freiland auf, sie kann jedoch auch im Gewächshaus vorkommen, wenn eine zu hohe Luftfeuchtigkeit entsteht. Das Problem: Die Erreger breiten sich bei feucht-warmen Bedingungen rasant auf den gesamten Tomatenbestand aus, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird.

Kraut- und Braunfäule versus Dürrflecken

Anders als bei der Dürrfleckenkrankheit, deren Symptome jenen der Kraut- und Braunfäule ähneln, bleiben die Tomatenfrüchte bei einer Infektion hart, auch wenn sie sich braun verfärben. Bei der Dürrfleckenkrankheit hingegen wird das Fruchtfleisch der befallenen Tomaten weich und faulig.

Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln

Nicht nur Tomaten, sondern auch Kartoffeln werden von dem Erreger Phytophthora infestans befallen – dieser löst an Kartoffeln sowohl eine Fäule des oberirdischen Laubs als auch eine Knollenfäule aus. Die Pilzsporen können dabei durch Regen- und Giesswasser in die Erde gespült werden und die Knollen befallen. Häufig überwintert der Erreger in der Erde selbst oder an im Boden verbleibenden Kartoffelknollen. Umso wichtiger ist es also, alle Knollen im Herbst aus der Erde zu holen und im Frühjahr nur gesunde Kartoffelknollen zu setzen. 

Denn andernfalls entsteht ein verhängnisvoller Kreislauf: Der Pilz überwintert in der Knolle und kann - sobald diese austreibt - entweder über den Kartoffelstängel oder das Bodenwasser umliegende Pflanzen befallen. Ist die Infektion vorangeschritten und führt zur Krautfäule, setzt auch das Laub Pilzsporen frei, die sich durch Regen und Wind auf andere Kartoffel- oder Tomatenpflanzen übertragen können. So entsteht ab Sommer wieder ein neuer Befall mit der Kraut- und Braunfäule.

Bekämpfung

So verhindern Sie die Ausbreitung des Pilzes

So verhindern Sie die Ausbreitung des Pilzes

Haben Sie einen Befall mit der Kraut- und Braunfäule festgestellt, sollten zunächst alle betroffenen Pflanzenteile vollständig entfernt werden. Entsorgen Sie diese im Restmüll und nicht auf dem Kompost, denn die Erreger können dort überwintern und im nächsten Frühling einen erneuten Befall auslösen. Verwenden Sie die Pflanzerde aus Kübeln oder Balkonkästen ausserdem nicht erneut für Tomaten – sie kann aber für andere Pflanzen, die sich nicht mit dem Pilz infizieren können, verwendet werden. Säubern und desinfizieren Sie Pflanzstäbe, Kübel oder Werkzeuge gründlich, um einem Neubefall vorzubeugen.

Wir empfehlen beim Auftreten erster Symptome die Gemüsepflanzen mit einem passenden Fungizid behandeln, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Sprühen Sie die Pflanze grossflächig und von allen Seiten mit dem Mittel ein und beachten Sie stets die Anwendungshinweise auf der Produktverpackung. Führen Sie die Massnahme am besten an einem trockenen, warmen Tag durch. Nach acht bis zwölf Tagen kann die Behandlung wiederholt werden. 

Kraut- und Braunfäule natürlich bekämpfen

Möchten Sie auf eine 100% natürliche Alternative für den Bio-Gemüseanbau setzen, können Sie auch Grundstoffe an Ihren Kartoffeln und Tomaten anwenden. Diese Mittel zum Pflanzenschutz und Pflanzenstärkung werden idealerweise bereits präventiv bei feucht-warmer Witterung an den Pflanzen ausgebracht. Der aus der Sojabohne gewonnene Gesal Lecithin-Extrakt wirkt optimal gegen die Kraut- und Braunfäule an Tomaten. Bei Kartoffeln kann der Gesal Brennnessel-Extrakt verwendet werden.

Kraut- und Braunfäule vorbeugen

Vorbeugung ist das beste Mittel – dies ist besonders bei Pilzkrankheiten wie der Kraut- und Braunfäule der Fall. Schon ein paar Handgriffe bei der Pflege Ihrer Tomaten und Kartoffeln können einem Befall effektiv entgegenwirken.

1. Richtig giessen & mulchen: Achten Sie darauf, dass das Giesswasser direkt auf dem Erdboden ausgebracht wird und nicht an der Pflanze hochspritzt, um Feuchtigkeit an den Blättern und Stängeln zu vermeiden. Denn die Pilzsporen befinden sich auf dem Boden und gelangen so zunächst auf die bodennahen Blätter, die wiederum sehr schnell das komplette Blattwerk infizieren. Eine Mulchschicht um die Pflanzen herum sorgt ausserdem dafür, dass die Sporen aus dem Boden nicht mehr so einfach in die Luft gelangen und sich ausbreiten können.  

2. Untere Blätter entfernen: Die unteren Blätter der Tomatenpflanzen können abgeschnitten werden, sobald sie Früchte tragen – so verhindern Sie eine Infektion und eine weitere Ausbreitung. Gerade bei kleineren Tomatensorten sollten allerdings nicht allzu viele Blätter entfernt werden, da dies das Wachstum der Früchte hindert.   

3. Sonnigen, luftigen Standort wählen: Der richtige Standort ist bei Tomaten das A und O, um sie vor der Kraut- und Braunfäule zu schützen. Ein sonniges, luftiges und vor Regen geschütztes Plätzchen ist optimal. Stellen Sie die Tomatenpflanzen dafür überdacht auf oder decken Sie diese mit Folie ab. Darüber hinaus ist ausreichend Abstand beim Einpflanzen wichtig: Setzen Sie Ihre Tomaten mindestens 50 bis 70 Zentimeter voneinander entfernt im Beet oder Hochbeet ein. Auch zu Kartoffeln und anderen Nachtschattengewächsen sollte ausreichend Abstand herrschen.

4. Jedes Jahr ein neues Plätzchen: Da die Pilzerreger in der Erde überwintern, pflanzen Sie Tomaten oder Kartoffeln am besten jedes Jahr in einem anderen Gemüsebeet an. Auch nach dem Anbau von Peperoni oder Aubergine sollte optimalerweise eine Anbaupause eingelegt werden.

5. Widerstandsfähige Sorten wählen: Eine weitere Option zur Vorbeugung von Kraut- und Braunfäule ist die Auswahl widerstandsfähigerer Pflanzensorten. So zeigen sich einige Tomatensorten wie die ‘Primabella’ oder ‘Philovita’ sowie einige Wildtomaten wie die Humboldt-Tomate oder die Johannisbeertomate resistenter gegenüber der Pilzkrankheit. Aus Saatgut gezogene Kartoffeln wie die Sorte ’Adessa®’ sind ebenfalls deutlich widerstandsfähiger gegenüber der Pilzinfektion

6. Düngen und stärken: Auch die richtige Pflegeroutine kann Pilzkrankheiten an Tomaten- und Kartoffelpflanzen erfolgreich vorbeugen. Eine ausgewogene Düngung mit einem organischen Langzeit-Dünger mit Schafwolle sorgt für gesunde, robuste Pflanzen. Grundstoffe mit Lecithin oder Brennnessel lassen sich zudem präventiv an Gemüsepflanzen ausbringen, um diese auf natürliche Weise widerstandsfähiger gegenüber Pilzkrankheiten zu machen.

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