1. GESAL
  2. Ratgeber
  3. Krankheiten & Schädlinge
  4. Pilze & andere Krankheiten
  5. Kräuselkrankheit

Steckbrief

Kräuselkrankheit

Kraeuselkrankheit

Eigenschaften

Wirtspflanze:
Pfirsichbäume, Nektarinenbäume, Mandelbäume
Symptome:
Absterben der Blätter, geringere Fruchtbildung
Aussehen:
gekräuselte Blätter mit rötlichen oder hellgrünen Flecken

Befallszeit

Beschreibung

Kräuselkrankheit

Was ist die Kräuselkrankheit?

Die Kräuselkrankheit ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten bei Pfirsich-, und Nektarinenbäumen. Statt frischem Grün beschert die Krankheit im Frühjahr oft eine böse Überraschung: gekräuselte, rot verfärbte und blasenartig verdickte Blätter sowie schwache Triebe. Die befallenen Blätter werden immer dunkler, schliesslich sterben sie ab und fallen herunter. Die Früchte selbst werden selten befallen, allerdings fällt die Ernte in Folge des Blattfalls, der bis zum Kahlschlag gehen kann, oft geringer aus.

Auch wenn die Krankheit erst im Frühjahr sichtbar wird, erfolgt die Infektion bereits sehr viel früher – lange bevor Symptome sichtbar sind. Sie wird durch den Pilz „Taphrina deformans“ verursacht, dessen Pilzgeflecht (Myzel) an Knospenschuppen und in Rindenspalten überwintert. Wird es allmählich wieder wärmer, zerfällt das Geflecht, sodass die Zellen durch Regen und Wind in die Knospen gelangen. Dieser Infektionsprozess startet bei Temperaturen von circa 10 Grad, wie sie meist im Februar oder manchmal auch schon im milden Dezember oder Januar vorherrschen. Dann beginnt das Knospenschwellen von Pfirsichbäumen und Co.: Die Knospen beginnen sich zu öffnen und sind – insbesondere bei feuchter Witterung – anfällig für die Erreger.

Schadbild: So erkennen Sie die Kräuselkrankheit

  • Junge Blätter kräuseln sich, haben blasenähnliche Verdickungen und verfärben sich rötlich bis gelblich. Es bildet sich ein weisslicher Sporenbelag auf den Blättern. 
  • Später vertrocknen die Blätter und fallen frühzeitig ab.
  • Junge Triebe und Triebspitzen können deformiert sein.
  • Bei starkem Befall ist die Fruchtbildung stark eingeschränkt.

Hinweis: Die Symptome treten nur im Frühjahr auf. Im Sommer, wenn neue Blätter wachsen, erscheinen diese oft gesund, obwohl der Pilz bereits auf das nächste Jahr lauert. Ist die Pflanze einmal befallen und wird nichts dagegen unternommen, machen sich die Auswirkungen jedes Jahr aufs Neue bemerkbar. 

Welche Pflanzen sind betroffen?

Die Kräuselkrankheit tritt vor allem an Pfirsich- und Nektarinenbäumen auf. Betroffen sind aber auch Mandelbäume.

  • Pfirsich  (Prunus persica): häufig
  • Nektarine  (Prunus persica ssp Nucipersia): häufig
  • Mandel  (Prunus dulcis): gelegentlich

Auswirkungen eines Befalls

Durch die Veränderung der Blätter und den damit verbundenen Blattfall ist die Photosyntheseleistung der Pflanze beeinträchtigt. Das bedeutet, dass der Austrieb geringer ist und das Wachstum der Bäume stagniert. Für die Fruchtbildung steht so nicht genügend Energie zur Verfügung. Die Ernteerträge sind daher gering; bei starkem Befall kann die Ernte auch ganz ausbleiben. Ausserdem wird der Baum frostanfälliger und es kann Gummifluss, also ein harzartiger Austritt aus der Rinde, auftreten, was den Baum zusätzlich schwächt. Wird ein Pfirsich-, Nektarinen-, oder Mandelbaum mehrere Jahre stark befallen und geschädigt, ist sogar ein Absterben des Baumes möglich.

Bekämpfung

Kräuselkrankheit bekämpfen

So beugen Sie der Kräuselkrankheit vor

Hat sich der Pilz erst einmal ausgebreitet, ist die Bekämpfung oft schwierig und langwierig. Deswegen ist es am besten, von vorneherein so gut wie möglich vorzubeugen:

Bereits bei der Anschaffung Ihres Baumes können Sie die erste Massnahme gegen die Kräuselkrankheit ergreifen: Wählen Sie eine Sorte, die robust und weniger anfällig für die Kräuselkrankheit ist. Dazu zählen beim Pfirsich zum Beispiel ’Amsden’, ’Roter Ellerstädter’, ’Früher Alexander’, ’Rekord von Alfter’, ’Weinbergspfirsich’, ’Fidelia’, ’Benedicte’ und ’Manon’. Da Feuchtigkeit und Wind bei der Infektion eine grosse Rolle spielen, empfiehlt sich zudem ein regen- und windgeschützter, luftiger und sonniger Standort im Garten oder auf dem Balkon. Auch mit einem regelmässigen, ausdünnenden Schnitt können Sie der Kräuselkrankheit vorbeugen, da so eine bessere Luftzirkulation gewährleistet ist und Feuchtigkeit sich nicht so lange hält.

Haben Sie dennoch erste Anzeichen an den Blättern erkannt, sollten Sie die befallenen Triebe sofort entfernen. Entsorgen Sie sie im gut verschlossenen Bio-Müll und nicht auf dem Komposthaufen. Denn hier ist das Risiko, dass sich der Pilz über den Wind weiter ausbreitet, deutlich höher. Zusätzlich können Sie den Baum mit Schachtelhalm-Extrakt behandeln.  Eine möglichst frühzeitige Behandlung mit Schachtelhalm-Extrakt im Januar/Februar beim Knospenschwellen, ist für einen guten Behandlungserfolg entscheidend.

Darüber hinaus können Sie auch mit einer guten Pflege für die Widerstandsfähigkeit Ihres Pfirsichbaumes oder eines anderen Obstbaumes sorgen. Dazu gehört auch eine ausreichende Nährstoffversorgung. Düngen können Sie Ihren Pfirsichbaum zum Beispiel mit dem Gesal Mediterrana Langzeit-Dünger. Mehr Tipps gibt es in unseren Pflanzenportraits zum Pfirsichbaum. Auch für den Mandelbaum haben wir Pflegetipps für Sie zusammengefasst.

Hier ein Überblick der wichtigsten vorbeugenden, natürlichen Massnahmen gegen die Kräuselkrankheit:

1. Sortenwahl: robuste, weniger anfällige Sorten

2. Standort: möglichst regen- und windgeschützt, luftig und sonnig

3. Schnitt: regelmässig ausdünnen, damit die Blätter genügend Luft bekommen und Feuchtigkeit schnell trocknet; befallene Triebe und Knospen sofort entfernen

4. Grundstoff Schachtelhalm: z.B. als anwendungsfertigen Spray (Gesal Schachtelham-Extrakt) erhältlich. Der Grundstoff erschwert die Infektion. 

5. Düngung: ausreichende Nährstoffversorgung durch eine angemessene Düngung, sorgt für mehr Widerstandsfähigkeit

6. Bewässerung: eine gute Wasserversorgung gewährleisten

Teilen

Newsletteranmeldung

INFORMIERT BLEIBEN

Erhalten Sie saisonale Pflegetipps und Inspirationen rund um die Themen Garten, Rasen, Pflanzen, Dekoration und vieles mehr per Newsletter.

 

VIELEN DANK FÜR IHRE ANMELDUNG!

 

Sie erhalten umgehend eine Bestätigungsnachricht per E-Mail. Klicken Sie auf den enthaltenen Link um Ihre Anmeldung zu bestätigen.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an.

Bitte bestätigen Sie Ihr Einverständnis durch Setzen eines Häkchens.